Projekt 2026-0331

KLEIN Modellbahn 0331 - ÖBB BR 1046

Stichworte: Zinkpest, Rückbau Oberleitungsbetrieb, Wartung

Erwerb

Diese Lok wurde als Teil eines ÖBB-Konvoluts von Bastlerloks auf Kleinanzeigen.de erworben. Laut Beschreibung fuhr Sie nicht und wurde deshalb als "defekt" verkauft.

Doch um welche Lokomotive handelt es sich eigentlich?

Die Firma KLEIN hat eine bewegte Geschichte hinter sich und existierte als Modellbahn-Hersteller zwischen 1984 und 2010 bevor die Produktion gestoppt wurde. Seit 2026 ist eine neue homepage online, auf der in unregelmässigen Abständen noch Ersatzteile verkauft werden [3] - naturgemäss werden diese jedoch mehr und mehr vom Markt verschwinden.

Laut bahnwahn.de wurde die Lok 1046 ab 1989 unter der Artikel-Nummer 0331 von KLEIN hergestellt und vertrieben [1]. Alte Original-Kataloge sind sehr schwer zu finden - Sie scheint jedoch 1990 im Hauptkatalog sowie auch auch im Neuheitenblatt selbigen Jahres beworben zu werden [4].

Nun wollen wir mal schauen, was mit diesem schönen Stück nicht stimmt.

Diagnose

Äusserlich ist die Lok in ganz gutem Zustand, man kann auf Anhieb keine Abbrüche erkennen - zwei Sachen fallen jedoch auf: Der die Lok umgebende weisse Streifen ist in den Katalogen und bei ähnlichen Loks auf Fotos reinweiss, während er bei unserer Lok eher schon gelblich geworden ist. Ausserdem kann man in zwei der Ecken des Gehäuses Risse erkennen - diese sollten uns gleich noch beschäftigen.

Jetzt mussten wir erst mal das Gehäuse abbekommen - und das ist bei diesem Modell sehr einfach: Eine einzelne lange Schraube muss von der Unterseite der Lok herausgenommen werden. Hier kann man auch den Umschalter zum Oberleitungsbetrieb sehr gut erkennen.

Im Inneren der Lok fand man dann 2 Motoren, eine Platine auf einem Ballastgewicht sowie jede Menge Kabel wieder - ausserdem ein kleines von einer Art Schrumpfschlauch umgebenes Bauteil mit der Bezeichnung "Herkat 2659". Hierbei handelt es sich um einen Fahrtrichtungsumschalter welcher darauf hindeutet, dass die Lok wohl im Oberleitungsbetrieb zum Einsatz kam.

Ganz interessant anzusehen ist die charakteristische Bauweise dieses Modells: Beide Motoren und die Getriebe sind direkt auf den Drehgestellen montiert.

Die Zahnräder schienen festgefressen und unbeweglich, was auf eine Getriebeblockade hindeutete. Nun fiel noch etwas anderes auf: Der äussere Rahmen schien nämlich nicht mehr gerade, sondern wie eine Banane etwas verbogen zu sein wenn man genau hinsah. Aus diesem Grund gab es auch zum rot-weissen Gehäuse hin an den Enden einen kleinen Spalt.

Nun konnte man die Motoren entfernen indem man die U-förmigen Plastik-Clips entfernt, was den Blick auf die Fahrgestellaufhängungen freigab - und hier konnte man nun deutlich ein Problem erkennen, mit dem dieses Modell und die Firma KLEIN in den 90er-Jahren generell leider zu kämpfen hatten: Die Achsdeckel der Drehgestelle waren nämlich verzogen und rissig, was stark auf interkristalline Korrosion (umganssprachlich "Zinkpest") hindeutet.

Dies war also höchstwahrscheinlich der Grund, warum die Lok nicht mehr lief. Zumindest die Achsdeckel müssen wir also tauschen - höchstwahrscheinlich muss jedoch auch der Rahmen ersetzt werden: Danach konnten wir darauf hoffen, dass die Lok wieder lauffähig wurde. Da sie auf Gleichstrom laufen soll konnten wir auch den Umschalter entfernen und mussten deshalb die Platine wieder neu verkabeln.

Erwerb von Ersatzteilen

Wie bekommt man Ersatzteile für Modelle, deren Hersteller nicht mehr existiert? Manchmal hat man Glück, und es finden sich noch einzelne Ersatzteile in diversen Lagern von Herstellern und Fachgeschäften - wenn es um beliebte Ersatzteile geht, welche oft gebraucht werden (wie von diesem Modell mit einem altbekannten Problem) ist die Wahrscheinlichkeit jedoch fast Null.

Manchmal bilden sich jedoch auch private Initiativen oder findige Bastler welche Ersatzteile selbst herstellen, und sie im Idealfall auch anderen gegen einen Aufpreis zur Verfügung stellen. So gab es für die KLEIN 1046 beispielsweise Initiativen, welche Aluminium- und Messing-Ersatzrahmen herstellten welche sich preislich im oberen Segment befinden, den Zinkal-Rahmen jedoch bestmöglich ersetzen (beispielsweise von JPP) [5][6]. 

Private Initiativen wie diese jedoch sind oft zeitlich begrenzt und wegen der sehr geringen Stückzahlen mit hohen Lieferzeiten verbunden - oft sind die Leute auch nicht mehr erreichbar.

Ein weiterer österreichischer Kontakt stellte Kunststoff-Ersatzrahmen und Drehgestell-Einsätze (Achsdeckel) für dieses spezielle Modell her - und zwar per 3D-Druck. Dies bedeutete zwar logischerweise weniger Gewicht und dadurch weniger Zugkraft für dieses Modell, aber einen relativ preiswerten Ersatz der sich bewährt hat und mit wenig Nachbearbeitung direkt verwendet werden kann - und wir hatten Glück: Zum Zeitpunkt dieser Reparatur wurden der Rahmen und die Achsdeckel noch aktiv auf diversen Plattformen angeboten und konnte somit erworben werden.

Die Teile kamen mit Anleitung zum Einbau sowie anderen hilfreichen Tipps und Informationen - beispielsweise Kontakten für KLEINBAHN-Ersatzteile falls man defekte KLEINBAHN-Lokomotiven zu Hause hatte welche Ersatzteile benötigen die auf diversen Marktplätzen nicht mehr erhältlich sind (siehe Referenzen [7][8][9] am Ende dieser Seite).

Nun werden wir schauen ob alles so funktioniert wie der Hersteller der Ersatzteile behauptet - zunächst jedoch müssen wir unsere Lok weiter zerlegen.

Reparatur und Reinigung der Drehgestelle

Durch das Entfernen von weiteren Halteklammern und Zurseite-Schieben des Kabelsalats der Platine konnte man die Motoren und danach die Drehgestelle ausbauen.

Auch auf dem Ballastgewicht konnte man Risse erkennen - da es sich um keinen tragenden Bauteil handelt, ist dies dort jedoch weniger relevant. Der Rahmen zeigte zwar keine Risse - das Verbiegen (und die dadurch entstandenen Risse im Gehäuse) deuten jedoch darauf hin, dass auch hier der Zustand nicht mehr so ist, wie er ursprünglich angedacht war.

Als nächstes können wir den Umschalter von der Platine abklipsen den wir für DC-Betrieb nicht mehr benötigen - Die losen Kabel müssen später wieder entsprechend angelötet oder ganz entfernt werden.

Nun können wir auch im Detail durch viele Risse erkennen, dass die Getriebedeckel von der Zinkpest betroffen sind. In diesem Fall jedoch wurden nicht nur die Deckel selbst, sondern auch die umliegenden Drehgestellrahmen in Mitleidenschaft gezogen: Durch die Ausdehnung der Deckel infolge der Zinkpest wurde der Plastik-Rahmen nämlich wie eine Banane verbogen. Dies könnte einer der Hauptgründe sein, warum die Lok blockiert.

WIr können auch erkennen, dass nur eines unserer Drehgestelle eine Sechskantmutter zur Sicherung des Doppel-Getriebezahnrads besitzt - dies ist wahrscheinlich nicht so gewollt: Wahrscheinlicher ist, dass die Mutter irgendwann verloren ging - wir werde sie also später ersetzen.

Die Drehgestelle kann man durch das Lösen einer Einzelschraube von der Unterseite weiter zerlegen, der Getriebedeckel geht dadurch ab. Auf den Getriebedeckel aufgeklipst sind auch noch die Stromabnahmefedern welche man gemeinsam mit ihrem Plastikrahmen ebenfalls relativ problemlos abnehmen kann. Gleich nach dem Zerlegen war es um den alten Getriebedeckel dann auch schon geschehen - er zerbröselte quasi von selbst.

Müssen wir also auch die Drehgestellrahmen tauschen? Idealerweise ja - aber nicht unbedingt: Hier rät der Hersteller der Ersatzgetriebedeckel zu einer simplen, aber effektiven Lösung: Man kann die Plastik-Rahmen nämlich durch konstanten Druck über längere Zeit wieder "zurückbiegen" und dadurch wieder annähernd in den Ausgangszustand zurückbringen - beispielsweise durch Klemmen oder einer Schraubzwinge, die man mittig auf den Gestellen anbringt und ein paar Wochen stehenlässt. Das werden wir ebenfalls ausprobieren und hoffen darauf, dass sich der gewünschte Effekt schlussendlich einstellen wird. Dabei muss man klarerweise aufpassen, dass man beim Festklemmen die eher filigranen Plastikzahnräder nicht beschädigt.

Ein paar Wochen später konnte man tatsächlich einen vorher-nachher-Effekt beobachten: Die Drehgestelle schienen nun deutlich "gerader" zu sein als vor der Operation.

Mit diesen Drehgestellen kann man also hoffentlich in Zukunft wieder arbeiten.

Nun können wir uns daran machen, die Drehgestelle weiter zu zerlegen. Zuvor müssen noch die werkseitig eingestellte Spurbreite eruieren - diese beträgt rund 13.9mm. Außerdem stellen wir formhalber noch den Modul des Zahnradsystems fest - dieser ist laut unserer Modullehre m=0.5.

Die Räder sind beidseitig auf die Achsen aufgepresst - sie lassen sich also durch ein Richtgerät lösen: Dieses gibt es beispielsweise von der Firma Fohrmann für relativ wenig Geld zu kaufen  [10].

Die beiden Zwischenraum-Zahnräder werden von den Rädern in Position gehalten. Das kleine, mittige Zahnrad wird von einer Spannzange fixiert welche man beispielsweise mit einer Pinzette oder einer Nagelschere und einem kleinen Schraubenzieher ganz gut lösen kann wenn man gerade kein Spezialwerkzeug zur Hand hat.

Danach geht es für alle Kleinteile für 24 Stunden ins SR24-Modellbahnöl-Bad.

Die Schmutzbrühe danach kann man, wie immer, durch einen Kaffeefilter laufen lassen und somit nach Ausfiltern der grösseren Verunreinigungen gut wiederverwenden.

Nun werden alle Teile mit einer Zahnbürste nachgereinigt und in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengesetzt.

Um unser Leben etwas leichter zu machen werden wir vor dem Aufpressen der Räder unser Leben noch etwas einfacher machen: KLEIN-Achsen sind manchmal verhältnismässig dick - in unserem Fall genau 3,0mm. Da die Aussparung im Richtgerät ebenfalls 3mm beträgt ist die Montage der Räder sehr schwierig: Deshalb wird die zentrale Öffnung des Richtgeräts auf 3,1mm aufgebohrt.

Auch die neuen Kunststoff-Getriebedeckel passen glücklicherweise genau auf auf den Drehgestellrahmen. Bei genauem Hinsehen kann man dann auch die Schichten erkennen mit welchem der 3D-Drucker die Filamente der Geometrie Schicht für Schicht aufgeschmolzen hat.

Vor dem Einführen der Achsen in den Drehgestellrahmen werden diese noch mit harzfreiem Spezial-Schmieröl eingeölt.

Den Spannring kann man mit einer Pinzette wieder aufziehen. Auch die Achse des Doppelzahnrads gehört natürlich geschmiert - in diesem Fall ist die Lauffläche die lange Schraube. Schliesslich werden auch alle Zahnflangen der Plastik-Zahnräder wieder neu eingefettet - beispielsweise mit Spezialfett für Plastikverzahnungen.

Die Presspassungen zwischen Achsen und Rädern können altersbedingt etwas ausleiern: Hier kann man vorsorgen, dass die Spurweite konstant bleibt und die Räder an den Achsen dranbleiben indem man einen kleinen Tropfen Schraubensicherung aufträgt. Hier muss man aufpassen, dass der Kleber nicht in die Achslagerungen hineinläuft - ausserdem sollte die Klebestelle zuvor so gut wie möglich entfettet werden.

Nun können wir uns um die Stromabnahme-Federn kümmern welche später in den neuen Kunststoff-Getriebedeckel eingeklipst werden. Diese sind noch alle leitend miteinander verbunden da die Lok davor im Oberleitungsbetrieb gefahren war: Die Verbindungskabel gehören also nun wieder abgekappt um die Trennung zwischen linken und rechten Strompolen wiederherzustellen. Die Kabel kann man leider nicht wiederverwenden da sie etwas kurz sind.

Die Stromabnahme-Federn selbst müssen auf den Laufflächen der Räder aufliegen und dürfen während Installation und Betrieb nicht in den Zahnrädern enden. Dies ist schwieriger als es aussieht da die Federn sehr dünn sind und sich sehr leicht verbiegen - hier ist also Vorsicht angebracht.

Nach dem Aufklipsen des Motors auf die Drehgestelle konnten wir nun einen kurzen Getriebetest durchführen indem man die Motoren von der Platine aus mit Strom versorgte. Man konnte zwar festellen, dass die Getriebe generell funktionierten - jedoch gab es eine starke Geräuschentwicklung [11]. Dies deutete darauf hin, dass die Getriebezahnräder irgendwo schleifen könnten oder etwas nicht richtig ausgerichtet war.

Getriebejustierung

Auch in der Anleitung des Herstellers der Ersatz-Getriebedeckel wurde erwähnt, dass es zu Komplikationen kommen kann - man muss daher an bestimmten Stellen das Plastik wegschleifen oder wegfräsen damit die Zahnräder wieder frei laufen konnten.

Eine dieser Stellen ist der nächstgelegene Punkt des grossen Zahnrads zur Drehgestellblende. Hier kann es wohl häufig vorkommen, dass die Zahnradflanken mit dem Querbalken der Blende kollidieren. Hier können wir also 2-3mm wegschleifen, um diese Gefahr zu reduzieren - aufgrund der Härte des Plastiks ist dies mit der Hand schwierig: Es bietet sich ein Bohrschleifer an. Die exakte Stelle wird vorher mit einem Marker angezeichnet.

Ein kurzer manueller Rolltest des Drehgestells zeigt daraufhin, dass das Getriebe leider immer noch teilweise zu blockieren scheint, als ob eines der Zahnräder immer noch irgendwo hängen bleibt [12].

Eine weitere Inspektion zeigte, dass die Ursache wohl die verbogene Drehgestellblende ist: Unter Gewicht der Lok kollidierten die Zwischenräder des Getriebes mit den Querverbindungen der Blende da sich der untere Teil im Laufe der Zeit, und wahrscheinlich als Konsequenz der Zinkpest des Getriebedeckels, nach oben verwölbt hat. Wir versuchten, der Wölbung entgegenzuwirken indem wir innen an der Blende Abstandshalter befestigten - beispielsweise Beilagscheiben aus Messing. Diese sollten beim Festziehen der Schraube der Wölbung entgegenwirken.

Leider stellte sich diese Massnahme als unzureichend heraus - woraufhin uns keine andere Wahl blieb, als die Stege abzuschleifen.

Diesmal jedoch konnten wir weder mit der Handfeile, noch mit dem Bohrschleifer an den Steg heran: Wir mussten ihn also vorsichtig abschaben und weghobeln. Dies ging ganz gut mit einem kleinen Cutter-Messer: Man musste jedoch extrem vorsichtig sein, um nicht irrtümlich den ganzen Steg zu durchtrennen. Das Ergebnis war zwar nicht sonderlich schön, aber effektiv: 2-3 Millimeter Material wurden an erwähnter Stelle schlussendlich entfernt.

Vorbeugend wurde auch noch etwas Material an anderer Stelle entfernt - nämlich dort, wo das grosse Getriebezahnrad mit dem neuen Kunststoffrahmen kollidieren könnte. Dies ist vor allem der Fall wenn die Lok um die Kurve fährt: Hier konnte man wieder den Bohrschleifer verwenden und eine kleine, runde Fase abschleifen.

Nun, da alle möglichen Kontaktstellen zu den Zahnrädern entschärft wurden könnte man erwarten, dass das Problem sein sollte - aber leider nein: Die Getriebe blockierten zwar nicht mehr - es gab jedoch immer noch eine deutliche Geräuschentwicklung, die auf ein anderes Problem hindeutete wie ein kurzer Test der beiden Getriebe zeigte [13] [14]. Der Einfachheit halber wurden die Motoren nun von der Platine entfernt, um die Getriebe einfacher testen zu können - diese mussten später sowieso neu verkabelt werden.

Eine mögliche Ursache könnte die Exzentrizität des Zahnrads gegenüber der Getriebeschnecke sein - dann jedoch müsste es nur bei einem der Getriebe zur Geräuschentwicklung kommen.

Da die Zahnräder alle in Ordnung und ohne Risse zu sein schienen und die Getriebe ohne Motor einwandfrei liefen lag jedoch der Schluss nahe, dass es irgendwie an der Schnecke liegen müsste.

Wir erinnerten uns daraufhin daran, dass wir beim erstmaligen Zerlegen der Lok Abstandsplättchen zwischen Motor und Getriebedeckel gefunden hatten welche die Motorneigung und somit die Neigung der Schnecke gegenüber dem Getriebe kontrollierten - konnte es also daran liegen? Ein weiterer Test mit einer Beilagscheibe als Unterlage unter dem hinteren Teil des Motors zeigte dann tatsächlich, dass dies die Ursache für die Geräuschentwicklung zu sein schien - auf einmal liefen beide Getriebe nämlich im wahrsten Sinne des Wortes (fast) reibungslos und mit deutlich weniger Lärm [15][16].

Das Rätsel war also endlich gelöst! Damit die Beilagscheibe nicht während des Betriebs herausrutschte soll sie noch befestigt werden - wofür sich Sekundenkleber anbot.

Nun, da die Getriebe endlich wieder so zu laufen schienen wie sie sollten, konnten wir uns an den weiteren Rückbau und die Neuverkabelung machen.

Neuverkabelung

Unsere Lok ist ein schönes Beispiel für eine ältere, analoge Lok mit zwei Motoren, Oberleitungs-Umschalter, zentraler Platine und beidseitigem Lichwechsel weiss/rot. Viel komplexer werden analoge Loks nicht - wenn man die Verkabelung und den Stromfluss von diesem Modell verstanden hat wird man also auch bei vergleichbaren oder einfacheren Modellen keine Probleme haben. Diese haben zwar eventuell noch ein paar Drosseln oder Kondensatoren mehr im Stromkreis - vom Prinzip her bleibt solch ein Kreis jedoch immer gleich. Sehen wir uns zunächst einmal die in unserer Lok vorhandene Platine an (nach dem Ausbau des Richtung-Umschalters).

Man kann die einzelnen Elemente gut erkennen: In den beiden schwarzen Boxen sind jeweils zwei Glühlämpchen welche mit gelben und grünen Kabeln mit der Platine verbunden sind. Auf der Platine dann münden die zugehörigen Leiterbahnen in zwei Dioden welche in einer Richtung den Strom blockieren, in der anderen Richtung den Strom jedoch durchlassen: Diese Eigenschaft macht sie bei Loks mit Richtungswechsel zu sehr nützlichen Bauteilen. In unserem Fall kann man erkennen, dass die Dioden voneinander verschieden sind - eine wurde also schon mal vom Vorbesitzer ausgetauscht.

Die roten Kabel sind mit den Motorpolen verbunden. Ausserdem kommen noch zwei Kabel vom unter der Lok liegenden Umschalter (durch das Loch im Rahmen), und graue Kabel kommen von den Radschleifern. In dieser Konfiguration (vor unserem Umbau) läuft der Strom zusätzlich auch noch durch den Rahmen selbst: Auch diese Konfiguration ist bei älteren Analog-Loks sehr üblich.

Wenn man versucht, die Leiterbahnen abstrakt nachzuvollziehen und zu skizzieren kommt man also für den vorliegenden Fall etwa zu diesem Ergebnis - der Einfachheit halber ist die Platine hier nicht gesondert dargestellt:

Man sieht also einige "lose Enden" und zu ergänzende Verbindungen, um die Stromkreise wieder zu komplettieren - unter anderem sind die Lämpchen nicht mit dem zweiten Pol verbunden, und auch der zweite Motorpol bekommt von den Stromschleifern keinen Strom geliefert. Am ersten Motorpol tut sich ebenfalls nichts da der Umschalter dazwischen liegt und nicht mit dem Rest des Stromkreises verbunden ist. Doch wie sollte dieses elektrische System eigentlich von Werk aus aussehen?

Hier haben wir nun etwas Glück - und finden just für dieses Modell im Internet Fotos von der Platine in Original-Ausführung ab Werk - und zwar wieder mal dankenswerterweise bei bahnwahn.de - auf der selben Seite, die wir bereits konsultierten, um Informationen über die Zinkpest bei diesem Modell zu bekommen [5]. Mit Hilfe der Fotos der Platine kann man nun versuchen, die ursprüngliche Verkabelung herzuleiten.

Man sieht hier nun ebenfalls gelbe und grüne Kabel welche zur Beleuchtung führen - ausserdem schwarze und rote Kabel zu den Motorpolen sowie blaue Kabel zu den Stromabnehmern auf einer Seite der Lok. Die Stromabnehmer auf der anderen Seite der Lok sind wohl irgendwo mit dem leitenden Rahmen verbunden.

Möchte man die vorliegenden Fotos wiederum etwas abstrahieren und im selben Stil wie oben nachskizzieren kommt man zu folgendem Ergebnis, mit den zu sehenden Farben der Kabel-Isolierungen:

Wir müssen also versuchen, unsere Lok ähnlich zu verkabeln wie in dieser Skizze, auch wenn dies 1:1 nicht möglich sein wird: Wir mussten nämlich den leitenden Rahmen durch einen Kunststoffrahmen ersetzen, weswegen wir die Rahmen-Verbindungen mit zusätzlicher Verkabelung kompensieren werden.

Text

Referenzen

[1] bahnwahn.de - KLEIN ÖBB 1046 007-9 - http://www.bahnwahn.de/steckbrief/kmoebb1046007-9/

[2] Wikipedia - KLEIN Modellbahn - https://de.wikipedia.org/wiki/Klein_Modellbahn

[3] KLEIN Modellbahn Webpräsenz (nicht offiziell) - https://www.klein-modellbahn.at/index.html

[4] Bahnmuseum - Alte Kataloge österreichischer Hersteller - http://www.bahnmuseum.at/KBKat.htm

[5] bahnwahn.de - KLEIN 1046 Rahmen - http://www.bahnwahn.de/ddkmoebb1046rahmen/

[6] bahnaustria/JPP - KLEIN 1046 Messingrahmen - https://www.bahn-austria.at/k_zub087_diverses.htm

[7] Ersatzteile für zinkpest-geschädigte Kleinbahn/KLEIN Modellbahn Metallteile aus Kunststoff (PETG) - Anfragen unter kleingeschaedigt@aon.at

[8] Ersatzteile und Zubehör, KLEIN Modellbahn - www.klein-modellbahn.at - Kontakt: Leo Pirkfellner oder Fr. Pfneisl, Ersatzteile abseits des shops

[9] Anfragen für Messingrahmen für diverse Kleinbahn/KLEIN Modellbahn-Modelle: jpp.modellbau@gmail.com

[10] Fohrmann Werkzeuge - Radsatz-Richtgerät für Modelleisenbahnen - https://www.fohrmann.com/de/radsatz-richtgeraet-fuer-modellbahn-spur-h0.html

[11] Reihe 1046 - Getriebetest auf Drehgestellen - https://www.dropbox.com/scl/fi/f8q3rx90vieokb2hkolgm/Reihe-1046-Motortest-auf-Drehgestellen.mp4?rlkey=ppjpl9n08d5a932o8xc9uucia&st=5zpvhj8t&dl=0

[12] Reihe 1046 - Rolltest Drehgestell - https://www.dropbox.com/scl/fi/geerjvdpmzwt09ctgdwrb/Rolltest-Drehgestell-Reihe-1046.mp4?rlkey=kf6pk2lxbxb3t2k0qas26o5vd&st=09ocy4dm&dl=0

[13] Reihe 1046 - Getriebetest vor Justierung 1 - https://www.dropbox.com/scl/fi/o0ax57s82ns2yd6vtkt3e/Getriebetest-vor-Justierung-1.mp4?rlkey=8rw2gzivi31yk8bvtskxdkyl0&st=xj64lojm&dl=0

[14] Reihe 1046 - Getriebetest vor Justierung 2 - https://www.dropbox.com/scl/fi/7osc3c988quw4un3nzx65/Getriebetest-vor-Justierung-2.mp4?rlkey=t7u7dss9s21q4owznjx8wuxvc&st=noyyy57k&dl=0

[15] Reihe 1046 - Getriebetest nach Justierung 1 - https://www.dropbox.com/scl/fi/i2t7i22p6g2so3d7hdkmp/Getriebetest-nach-Justierung-1.mp4?rlkey=q3hwudm6n5oifkldp7tiwcrho&st=9z4epqdf&dl=0

[16] Reihe 1046 - Getriebetest nach Justierung 2 - https://www.dropbox.com/scl/fi/sb25rb3jyul4gkjsr6wbg/Getriebetest-nach-Justierung-2.mp4?rlkey=0m1l6ik6lri2w63zp8eu2a8qn&st=nb2zld0o&dl=0